Über mich Seite schreiben: eine Seite, zwei Leser

von Raphaela Ayriss | 6. September 2026 | KI-Sichtbarkeit, Webdesign

Eine Über mich Seite hat 2026 zwei Leser: den Menschen, der entscheidet, ob er dir vertraut, und das KI-System, das entscheidet, ob es dich einem Thema zuordnen kann. Wer nur für einen von beiden schreibt, verliert den anderen. In diesem Artikel bekommst du die Struktur, die beide bedient: acht Bausteine mit klarem Primärleser, dazu die Grenze zwischen persönlich und privat.

Falls du gerade vor einem leeren Dokument sitzt (Dienstagnachmittag, der Cursor blinkt seit 14:23 Uhr) und denkst ich weiß nicht, was ich über mich schreiben soll: verständlich. Der Text über die eigene Person ist die zweitunbeliebteste Schreibaufgabe im Online-Business, gleich nach der Datenschutzerklärung.

Die Aufgabe wird leichter, sobald du sie richtig herum hältst, und zwar wörtlich: Es geht auf dieser Seite nämlich gar nicht um dich.

(Ich schreibe im generischen Femininum, mitgemeint sind alle.)

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Über-mich-Seite bedient zwei Leser gleichzeitig: Menschen, die Vertrauen suchen, und KI-Systeme, die eine Person eindeutig einem Thema zuordnen müssen.
  • Acht Bausteine tragen die Seite: Positionierungszeile, Empathie-Block, Belege, Werdegang, Haltung, Beweis von außen, ein einziger nächster Schritt und die technische Schicht.
  • Persönlich (Werte, Haltung, dein Weg zum Thema) gehört auf die Seite. Privat (der geschützte Lebensbereich) ist eine bewusste Zusatzentscheidung, keine Pflicht.
  • Eine separate Grounding Page nur für KI-Systeme ist unnötig: Diese Rolle übernimmt die Über-mich-Seite, wenn sie richtig gebaut ist.

Was gehört auf eine Über-mich-Seite?

Auf eine Über-mich-Seite gehören acht Bausteine, in dieser Reihenfolge. Jeder hat einen Primärleser, und diese Zuordnung nimmt dir die Entscheidung ab, ob ein Absatz „zu werblich“ oder „zu weich“ ist: Er muss nur seinen Job machen. Der Aufbau im Überblick:

Baustein Was dort steht Primärleser
1. Positionierungszeile Dein Name, deine Rolle, dein benanntes Thema, in den ersten drei Zeilen beide
2. Empathie-Block Die Situation deiner Wunschkundin, in ihren Worten Mensch
3. Belege Jahre, Ausbildungen, Stationen, Zahlen, alles Überprüfbare beide
4. Werdegang Wie aus deinem Weg dein Thema wurde Mensch
5. Haltung Werte, Meinung, wie du arbeitest und wie eben nicht Mensch
6. Beweis von außen Kundinnenstimmen, Auftritte, Erwähnungen, Verbände beide
7. Ein nächster Schritt Eine einzige Handlung, nicht drei Mensch
8. Technische Schicht Person-Markup und verknüpfte Profile, unsichtbar im Code Maschine

Die Positionierungszeile ist der Baustein, der am häufigsten fehlt. „Hey, ich bin Sandra“ sagt weder einem Menschen noch einer Maschine, wofür Sandra zuständig ist; „Ich bin Sandra Beispiel, Business-Mentorin für Ernährungsberaterinnen im Aufbau“ tut es.

Ein Über mich Text ist damit kein Fließtext, den du in einem Rutsch runterschreibst, sondern ein Bausatz. Du füllst Block für Block, und die Reihenfolge oben ist gleichzeitig die Leserichtung auf der Seite.

Ob deine Website über mich auf einer eigenen Unterseite spricht oder in einem Abschnitt auf dem One-Pager: Die Reihenfolge bleibt.

Bleibt der Denkfehler, an dem die meisten Über mich Texte trotzdem scheitern, Bausatz hin oder her.

Niemand interessiert sich für dich. Zum Glück.

Niemand liest eine Über-mich-Seite, um die Anbieterin kennenzulernen: Die Leserin sucht dort sich selbst, ihre Situation und den Beweis, dass ausgerechnet du sie verstehst und ihr helfen kannst.

Das klingt erstmal unfreundlich. Es ist aber die Entlastung schlechthin, weil damit die Frage was soll ich bloß über mich erzählen vom Tisch ist.

Du erzählst das, worin sie sich wiederfindet, plus das, was sie für ihre Entscheidung braucht: ob du es kannst, wie du tickst und was es kostet, mit dir zu arbeiten.

Das StoryBrand-Framework von Donald Miller bringt diese Rollenverteilung auf den Punkt: Deine Kundin ist die Heldin der Geschichte, du bist der Guide. Und ein Guide braucht genau zwei Eigenschaften, nämlich Empathie und Autorität.

Empathie heißt auf der Seite: Sie liest ihre eigene Lage in deinen Worten (Baustein 2). Autorität heißt: Sie findet Belege statt Selbstlob (Baustein 3 und 6).

Genau deswegen funktioniert die Bausteintabelle oben als Zonierung. Du musst nicht jeden Absatz gleichzeitig warm und beweisstark schreiben; jeder Block bedient seinen Primärleser, und zusammen ergeben sie den Guide.

Ich habe Über-mich-Seiten jahrelang nach diesem Prinzip gebaut. Mein eigenes Webdesign-Template von 2023 ist reines StoryBrand: der Hey-ich-bin-Block, die Story, der Deshalb-bin-ich-Expertin-Teil, das Erstgespräch am Ende. (Ich habe eben nochmal nachgesehen: läuft noch, hält sich tapfer.)

Für den menschlichen Leser trägt diese Struktur bis heute. Was ihr fehlt, ist die zweite Schicht, und die hat 2023 schlicht noch niemand gebraucht.

Deine Über-mich-Seite hat einen zweiten Leser

Der zweite Leser ist ein KI-System, das aus dem Netz eine Antwort baut und dafür klären muss, wer du bist und wofür du stehst. ChatGPT, Perplexity und die KI-Übersicht in der Google-Suche empfehlen keine Menschen, die sie nicht zuordnen können.

Die Maschine, sinngemäß: Wer ist das, wofür steht sie, und wer außer ihr sagt das noch?

Die Über-mich-Seite ist das Headquarter deiner Entität, also der einen maschinenlesbaren Einheit aus Person, Rolle und Thema: der einzige Ort im Netz, an dem alles, was deine fachliche Identität belegt, gemeinsam Platz hat.

Auf LinkedIn gehört das Profil der Plattform, im Podcast-Interview gehört die Seite dem Host. Nur hier bestimmst du selbst, wie vollständig das Bild ist, und genau deshalb lohnt sich die Seite über mich mehr als jede andere Seite deiner Website.

Die vier Signale und ihr technisches Echo

Das Praktische daran: Fast alles, was der Maschine hilft, steht ohnehin schon in den acht Bausteinen. Sie liest nur eine zweite Ebene mit.

Signal Sichtbar auf der Seite Das technische Echo dahinter
Identität Voller Name plus Rolle, ausgeschrieben im Text Person-Markup: ein unsichtbarer Steckbrief im Code der Seite
Thema Ein benanntes Fachgebiet in Überschrift und Positionierungszeile Themen-Angaben im Markup, die Person und Fachgebiet verknüpfen
Belege Jahre, Stationen, Zahlen, Ausbildungen im Fließtext Prüfbare Angaben, die das System mit anderen Quellen abgleichen kann
Vernetzung „Bekannt aus“, Verbände, Gastauftritte, verlinkte Profile Profil-Verknüpfungen, die bestätigen: dieselbe Person, überall

Die Bewertungslogik dahinter heißt im Fachjargon E-E-A-T: Erfahrung, Fachwissen, Autorität, Vertrauenswürdigkeit. Googles Ranking-Systeme belohnen nach eigener Aussage Inhalte, die diese vier Qualitäten zeigen. Das erste E steht für Experience, und daran scheitert die Nur-Fakten-Fraktion: Deine Geschichte zahlt auf die Maschinenlesbarkeit ein, sobald sie Anker trägt (Jahreszahlen, Stationen, Namen) statt reiner Gefühlslage.

Eine alte Regel von mir kassiere ich damit übrigens selbst ein: Jahrelang habe ich Kundinnen gepredigt, bloß kein Lebenslauf auf die Über-mich-Seite. Heute sage ich: doch, schon. Nur nicht in Kalenderreihenfolge.

Ausgerechnet die Stationen und Jahreszahlen, die wir früher rausgekürzt haben, sind für den zweiten Leser die verwertbarsten Angaben der ganzen Seite.

Der Testfall: meine eigene Sichtbarkeit

Dass diese Zuordnung funktioniert, kann ich an mir selbst zeigen. GEO (Generative Engine Optimization) ist die Arbeit daran, in KI-Antworten als Quelle aufzutauchen.

Stand August 2026: Wer ChatGPT, Perplexity oder die Google-KI-Übersicht fragt, wer im DACH-Raum GEO für Coaches macht, findet meinen Namen, Raphaela Ayriss, in den Antworten. Teils als erste Empfehlung („Raphaela Ayriss / Digital Bohemienne“), mit meiner eigenen Website als zitierter Quelle.

Ehrliche Einordnung dazu: Das leistet keine einzelne Seite allein. Es ist das Zusammenspiel aus benanntem Thema, Fachartikeln und Erwähnungen an anderen Orten; die Über-mich-Seite ist der Anker, an dem die Systeme all das festmachen.

Und eine Garantie gibt es hier nicht, von niemandem. Was es gibt, ist eine Zuordnung, die du der Maschine leicht oder schwer machen kannst.

Brauchst du eine extra Grounding Page für KI-Systeme?

Nein. Eine separate Grounding Page nur für KI-Systeme brauchst du nicht, weil deine About-Seite diese Rolle übernimmt, sobald sie die acht Bausteine trägt.

Der Begriff geistert gerade durch die GEO-Szene und erreicht damit auch etablierte Coaches und Personenmarken im DACH-Raum: eine eigene Seite, die einer KI erklärt, wer du bist, vollgepackt mit Fakten und Auszeichnungen, gebaut für keinen menschlichen Besucher. Aus meiner Sicht und Praxis ist das unnötig, und zwar aus einem einfachen Grund: Du verteilst dieselben Signale auf zwei Adressen und schwächst damit beide.

Eine lieblos runtergeratterte Faktenliste, die kein Mensch je liest und auf die intern nichts verlinkt, ist für ein KI-System eine tote Seite. Deine Seite dagegen wird besucht, verlinkt und gelesen, und eben diese Nutzung macht sie als Quelle glaubwürdig.

Meine Empfehlung ist deshalb unspektakulär: eine einzige Seite über dich, gebaut für Menschen, technisch sauber gespiegelt für Maschinen. Weniger, aber besser.

Wie persönlich darf deine Über-mich-Seite sein?

So persönlich, wie es dein Thema erklärt. Die Grenze verläuft zwischen persönlich und privat, und die Unterscheidung ist einfacher, als sie sich anfühlt.

Die Bloggerin Judith Peters fasst es sinngemäß so: Persönlich sind deine Werte, deine Haltung, deine Meinung; privat ist der intime Lebensbereich, den du bewusst aus der Öffentlichkeit heraushältst. Ich habe keine bessere Kurzformel gefunden.

Persönlich Privat
Was es ist Werte, Haltung, Meinung, dein Weg zu deinem Thema Der geschützte Lebensbereich: Familie, Beziehung, Gesundheit
Job auf der Seite Unterscheidet dich vom Beige der fachlich Austauschbaren Keiner. Es sei denn, du entscheidest dich bewusst dafür
Beispiel „Ich arbeite ohne Rabatt-Countdown, weil ich Verknappungstheater nicht ausstehen kann“ Urlaubsfotos mit den Kindern

Persönlich ist, was erklärt, warum ausgerechnet du dieses Thema besetzt; privat ist der Bereich, der dazu nichts beiträgt.

Und persönlich ist kein Nice-to-have. Fachlich machst du vermutlich Ähnliches wie hundert andere Coaches, Beraterinnen und Personenmarken; deine Haltung, dein Eigensinn und deine Arbeitsweise sind das, was ein Mensch am Bildschirm vergleichen kann. Wer die persönliche Schicht weglässt, konkurriert nur noch über Zertifikatslisten, und dieses Spiel gewinnt immer jemand anderes.

Welche Geschichten gehören auf die Über-mich-Seite?

Bei der Auswahl der Geschichten gilt der Reframe von oben: Es bleiben die Geschichten, in denen deine Wunschkundin sich wiederfindet. Der Burnout vor deiner Umschulung gehört auf die Seite, wenn du heute erschöpfte Unternehmerinnen begleitest; deine Grundschulzeit eher nicht.

Manche Online-Unternehmerinnen legen zusätzlich Privates dazu, von Katzenfotos bis Familienalltag. Das ist Geschmackssache und kein Fehler. (Mein Stil ist es nicht, mein Privatleben bleibt da, wo es wohnt: offline.)

Falls du beim Schreiben zögerst, weil du denkst ich will mich nicht in den Vordergrund stellen: Eine Ausbildung zu nennen ist Information für ihre Entscheidung. Werblich wird ein über mich Text durch etwas anderes, und das steht im nächsten Abschnitt.

Die Fehler, die dich Anfragen kosten

Fünf Muster sehe ich in der Markenbrain-Arbeit (das KI-Markenbrain ist mein System, das Personenmarken maschinenlesbar macht) immer wieder, quer durch die Über-mich-Seiten etablierter Coaches und Personenmarken im DACH-Raum.

Die Chronologie statt Zuordnung. Abitur, Studium, erste Stelle, Weiterbildung, Selbstständigkeit. Meine über mich seite klingt wie ein Lebenslauf ist als Beschwerde völlig berechtigt: Ein Lebenslauf beantwortet keine der beiden Leserfragen. Sortiere nach dem Angebot, nicht nach dem Kalender.

Die Selbstbewertung statt Angabe. „Einfühlsame Begleiterin mit Herz und Leidenschaft“ kann jede schreiben und keiner überprüfen. „Seit 2018 selbstständig, über 60 begleitete Gründerinnen“ kann nur schreiben, auf wen es zutrifft.

Das ist übrigens die Antwort auf die Werblichkeits-Angst: Werblich wird ein Text durch unbelegte Bewertungen der eigenen Arbeit, während überprüfbare Angaben schlicht Information sind.

Die Seite ohne Tür. Drei Bildschirmmeter Vertrauensaufbau, und am Ende steht: nichts. Oder dreierlei gleichzeitig, Newsletter, Erstgespräch und Freebie nebeneinander. Ein nächster Schritt, einer.

Der Widerspruch zur Angebotsseite. Die Über-mich-Seite verspricht Positionierungsberatung, die Angebotsseite verkauft inzwischen Gruppenprogramme für ein anderes Thema. Das passiert, wenn die Seiten zu verschiedenen Zeiten entstanden sind, und es kostet Vertrauen bei den Leserinnen, die der Anfrage am nächsten sind.

Das fehlende Gesicht. Ein Symbolbild aus der Bilddatenbank zeigt keine Person, mit der man arbeiten kann. Auf eine Über-mich-Website gehört ein Foto von dir, erkennbar und aktuell.

Wenn du dich fragst, warum sieht mich niemand oder warum spricht mich niemand an, obwohl deine Website ordentlich aussieht: Die Antwort steckt fast immer in einem dieser fünf Muster, und keins davon ist ein Designproblem. (Wenn zusätzlich die Technik klemmt, ist das ein Fall für Webdesign für Coaches, aber erst danach.)

Der 30-Minuten-Check für deine Seite

Eine gute Über-mich-Seite entsteht nicht an einem Nachmittag, und sie hängt an deiner Positionierung: Wackelt die, wackelt jeder Text darauf. Der erste Durchgang ist trotzdem klein.

Blocke dir 30 Minuten und geh deine bestehende Seite gegen die acht Bausteine aus der Tabelle oben durch (oder erstell sie neu entlang der Reihenfolge). Markiere, was fehlt, und schreib zuerst die Positionierungszeile, dann die Belege; alles andere baut darauf auf.

Das lebende Beispiel dazu steht unter digitalbohemienne.com/about: meine eigene Seite, gebaut nach diesem Bausatz, inklusive der technischen Schicht.

Wenn du dabei eine ausformulierte Vorlage neben dir liegen haben willst, mit Leitfragen und Beispielformulierungen pro Baustein: Die erweiterte Über-mich-Vorlage gibt es hier als direkten Download, ohne Formular. [DOWNLOAD-LINK: PDF nach Lektorat und Layout einfügen]

Ta-daa statt To-do.

Häufige Fragen zur Über-mich-Seite

Wie lang sollte eine Über-mich-Seite sein?

Ein Richtwert aus der Webdesign-Praxis: 400 bis 900 Wörter, sichtbar gegliedert in Blöcke. Entscheidend ist weniger die Wortzahl als die Reihenfolge: Name, Rolle und Thema stehen in den ersten drei Zeilen, die Belege folgen früh, die ausführliche Geschichte danach. Deutlich kürzere Seiten lassen meist die überprüfbaren Angaben weg, deutlich längere verlieren die Leserin vor dem nächsten Schritt. Die acht Bausteine geben die Länge natürlicher vor als jede Wortzahl-Regel.

Brauche ich ein professionelles Foto auf der Über-mich-Seite?

Ein Foto gehört auf die Seite, und es muss dich klar erkennbar und aktuell zeigen. Bei Coaching-, Beratungs- und Dienstleistungsangeboten ist die Person Teil der Kaufentscheidung, weil die Zusammenarbeit persönlich stattfindet. Ob das Bild aus einem Studio stammt oder gut gemacht selbst fotografiert ist, spielt eine geringere Rolle als Schärfe, Licht und Aktualität. Symbolbilder aus Bilddatenbanken erfüllen die Aufgabe nicht, weil sie keine reale Person zeigen.

Soll ich meine Preise auf der Über-mich-Seite nennen?

Die Preise selbst gehören auf die Angebotsseite, wo Leistung und Umfang danebenstehen. Auf der Über-mich-Seite reicht ein Satz zur Arbeitsweise mit Verlinkung zum Angebot, damit die Leserin den Weg dorthin findet. Preistransparenz auf der Website insgesamt wirkt als Vertrauenssignal, weil sie unnötige Erstgespräche vermeidet und Ernsthaftigkeit zeigt. Versteckte Preise erzeugen dagegen genau die Anfrage-Hürde, die eine Über-mich-Seite eigentlich abbauen soll.

Wie zeige ich meine eigene Methode, ohne anzugeben?

Eine benannte Methode wird beschrieben statt bewertet: Name der Methode, die zwei bis drei Schritte dahinter und das, woran Kundinnen den Unterschied merken. „Ich arbeite mit meiner XY-Methode in drei Phasen“ ist eine überprüfbare Angabe, „meine einzigartige Erfolgsmethode“ eine Selbstbewertung. Ein eigener Methodenname ist zusätzlich ein Zuordnungssignal für KI-Systeme, weil er Person und Arbeitsweise eindeutig verknüpft. Bewertungen der Methode gehören in Kundinnenstimmen, nicht in den eigenen Text.

Woran erkennt eine KI, wofür ich Expertin bin?

KI-Systeme verknüpfen Namen, Rollen und Themen über wiederkehrende, konsistente Angaben. Auf der Über-mich-Seite heißt das: vollständiger Name und Fachgebiet im selben Text, überprüfbare Belege wie Jahre und Stationen, Links zu Profilen, die dieselben Angaben tragen, plus ein Person-Markup im Code der Seite. Widersprüchliche Rollenbezeichnungen über verschiedene Plattformen hinweg schwächen die Zuordnung. Die Systeme gleichen die Angaben mit anderen Quellen ab, weshalb Erwähnungen außerhalb der eigenen Website das Bild bestätigen müssen.

Was ist der Unterschied zwischen Startseite und Über-mich-Seite?

Die Startseite beantwortet in Sekunden, ob die Besucherin auf der richtigen Website ist, und führt zu den Angeboten. Die Über-mich-Seite beantwortet, ob sie mit dieser Person arbeiten will, und liefert die Belege dafür. Beide Seiten brauchen eine klare Positionierungszeile, aber die Tiefe verteilt sich unterschiedlich: Die Startseite bleibt beim Ergebnis für die Kundin, die Über-mich-Seite trägt Werdegang, Haltung und die vollständige Entitäts-Information.

Über die Autorin

Raphaela Ayriss, KI-Markenarchitektin und GEO-Strategin

Raphaela Ayriss ist Gründerin von Digital Bohemienne und arbeitet als KI-Markenarchitektin für etablierte Coaches und Personenmarken im DACH-Raum. Ihr Hintergrund: 20 Jahre Marketing- und Markenstrategie, davon acht Jahre conversion- und SEO-fokussierte Webentwicklung. Mit dem KI-Markenbrain entwickelt sie maschinenlesbare Markensysteme, die Positionierung, Stimme und Themenarchitektur so strukturieren, dass KI-Suchsysteme eine Person als Autorität für ihr Thema erkennen. Ihre eigene Sichtbarkeit dient dabei als laufender Testfall: Stand August 2026 nennen ChatGPT, Perplexity und die Google-KI-Übersicht sie namentlich als Ansprechpartnerin für GEO für Coaches im DACH-Raum. Sie lebt und arbeitet in Köln.

Mehr über Raphaela Ayriss · GEO für Coaches · LinkedIn

Quellen

  1. Donald Miller: Building a StoryBrand. Clarify Your Message So Customers Will Listen. HarperCollins Leadership, 2017. (Guide-Rollenmodell: Empathie und Autorität)
  2. Judith Peters: „Persönlich oder privat: Was ist der Unterschied? Und wo ziehen wir als Blogger die Grenze?“, 10.12.2024. judithpeters.de/personlich-privat-grenze (Definition sinngemäß wiedergegeben)
  3. Google Search Central Blog: „Google Search’s guidance about AI-generated content“, Februar 2023. developers.google.com/search/blog (E-E-A-T als Bewertungslogik der Ranking-Systeme)