Website mit KI erstellen: Was in zehn Minuten geht und was danach kommt
Eine Website mit KI erstellen geht heute ohne Programmierkenntnisse. Ein KI-Website-Builder wie Wix oder IONOS liefert in wenigen Minuten einen Entwurf mit Layout, Texten und Bildern. Für Coaches, Therapeutinnen und Personenmarken ist dieser Entwurf allerdings der leichte Teil. Schwierig wird es danach: ob die Seite nach dir aussieht und klingt, ob sie dir gehört und wer sie in einem Jahr noch ändern kann.
Dienstagabend, 20:15. Du tippst in einen Builder: „Coaching für Frauen in Veränderung, Köln." Vier Minuten später steht da eine Website. Mit Sonnenuntergang überm Meer, drei Kacheln für deine Leistungen und dem Satz „Gemeinsam finden wir deinen Weg."
Funktioniert also. Und das sieht, Hand aufs Herz, besser aus als vieles, was 2019 nach drei Wochen WordPress online ging. (Ich hab damals genug davon gesehen. Beruflich.)
Nur: Ist das jetzt deine Website? Und wer tauscht im März das Foto, wenn der Sonnenuntergang nicht mehr passt? Um diese Fragen geht es hier. Builder-Vergleiche mit Sternchen gibt es ja schon genug.
Von Raphaela Ayriss18 Min. LesezeitOktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
Eine Website mit KI zu erstellen geht ohne Programmierkenntnisse. KI-Baukästen liefern in wenigen Minuten einen ersten Entwurf mit Layout, Texten und Bildern.
Es gibt vier Wege: KI-Baukästen (Wix, IONOS, Squarespace), KI-Werkzeuge im Browser (Lovable, v0, Bolt), Claude Code auf dem eigenen Rechner und WordPress mit KI-Plugin.
Die Wege unterscheiden sich vor allem in vier Punkten: ob die Website später umziehen kann, was sie laufend kostet, wie eigenständig das Design ist und wer sie pflegt.
KI-Websites sehen ähnlich aus und klingen ähnlich, weil die KI ohne Vorgaben den Durchschnitt aller Websites liefert. Ein eigenes Branddesign und die eigene Sprache müssen vorher eingegeben werden.
Nach dem Entwurf fehlen oft Impressum, Datenschutzerklärung, ein geprüftes Kontaktformular und eine eigene Domain.
Welche Wege gibt es, eine Website mit KI zu erstellen?
Wer eine Website mit KI erstellen will, hat vier Wege: einen KI-Baukasten, ein KI-Werkzeug im Browser, Claude Code auf dem eigenen Rechner oder WordPress mit KI-Plugin. Alle vier liefern schnell einen Entwurf.
Die Unterschiede zeigen sich leider erst ein paar Monate später, nämlich wenn du etwas ändern oder umziehen willst.
1. Der KI-Baukasten: Wix, IONOS, Squarespace
Beim KI-Baukasten gibst du Branche, Ort und ein paar Stichworte ein, und der KI-Website-Builder schlägt Layout, Texte und Bilder vor. Danach klickst du im Editor nach, bis es passt.
Das ist auch der Weg, den Googles KI-Übersicht und Perplexity auf die Frage „Website mit KI erstellen" empfehlen, Stand 12.10.2026 [1]. (Wenig überraschend: Als Quellen nennen sie meistens die Anbieter selbst.)
Passt, wenn du schnell online sein willst und nicht vorhast, je umzuziehen.
Hakt, wenn du irgendwann weg willst. Wix schreibt selbst, dass eine Wix-Website nur auf den Servern von Wix laufen kann [2]. Texte und Bilder ziehst du dann Stück für Stück raus, das Layout baust du woanders neu.
2. KI-Werkzeuge im Browser: Lovable, v0, Bolt
Bei Lovable, v0, Bolt und ähnlichen Werkzeugen beschreibst du in einem Chatfenster, was du willst, und die KI baut daraus echten Code. Das Ganze heißt Vibe Coding, und auf Reddit wird gerade ziemlich leidenschaftlich gestritten, welches Werkzeug das bessere ist [1].
Passt, wenn du gern im Chat arbeitest und mehr willst als eine Baukasten-Vorlage.
Hakt, wenn das Guthaben alle ist. Jede Änderung kostet Credits, also Guthaben beim Anbieter, auch die kleine. Bei Lovable kostet zum Beispiel eine neue Knopffarbe einen halben Credit, im kostenlosen Tarif gibt es fünf pro Tag und höchstens 30 im Monat [3].
3. Claude Code: Die KI baut auf deinem Rechner
Bei Claude Code schreibt die KI die Dateien deiner Website direkt in einen Ordner auf deinem Rechner. Gebaut wird in der Claude-Desktop-App, mit Chat und Live-Vorschau, ohne Terminal [21]. Am Ende liegt da eine ganz normale Website aus HTML und CSS. Ohne Datenbank, ohne Plugins, ohne Update-Erinnerung am Montagmorgen.
Claude Code ist das Werkzeug, mit dem ich inzwischen selbst baue. Du beschreibst in normaler Sprache, was du willst, Claude baut, prüft und ändert.
Passt, wenn dir die Seite gehören soll und du sie danach selbst ändern willst.
Hakt, wenn du ganz allein anfängst. Die Einrichtung dauert einmal länger als bei einem Baukasten: Projektordner, GitHub (eine Art Sicherungskopie mit Verlauf für deine Dateien) und Hosting, also der Ort im Netz, an dem deine Website liegt. Und die KI baut, was du sagst. Ob das gut ist, sagt sie dir nicht von sich aus.
4. WordPress mit KI-Plugin
WordPress mit KI-Plugin heißt: Divi, Elementor oder WordPress selbst schreiben Texte, machen Bilder und schlagen Layouts vor. Die Technik darunter bleibt WordPress, mit Theme, Plugins und Updates.
Ich habe von 2018 bis 2025 fast nur mit WordPress und Divi gebaut und kenne beide Seiten: die Freiheit und die Update-Abende.
Passt, wenn du schon WordPress hast, dich darin wohlfühlst und vor allem Inhalte pflegst.
Hakt, wenn du hoffst, dass die KI dir die Technik abnimmt. Sie sitzt obendrauf. Theme, Plugins und Updates bleiben trotzdem deine.
Und Canva? Canva baut inzwischen auch Websites. Für eine Visitenkarte im Netz reicht das. Für Blog, mehrere Unterseiten und ein Kontaktformular wird es eng.
Und ChatGPT oder Claude im Chat? Sind Helfer, kein eigener Weg. Was sie können, steht zwei Abschnitte weiter.
Die vier Wege im Vergleich
Im Vergleich ist der KI-Baukasten am schnellsten und nimmt dir die Wartung ab, bindet die Website aber an den Anbieter. Lovable und ähnliche Werkzeuge liefern Code, den du mitnehmen kannst, rechnen Änderungen aber über Guthaben ab. Mit Claude Code liegt die Website als Ordner bei dir, die Einrichtung dauert dafür länger. WordPress mit KI-Plugin bleibt offen, verlangt aber regelmäßige Updates.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den vier Wegen liegen in Wechselfreiheit, laufenden Kosten, Design, Pflege und Wartung.
KI-Baukasten
Lovable und Co.
Claude Code
WordPress mit KI-Plugin
Umziehen
bei Wix nicht möglich [2], bei Squarespace nur Teile der Inhalte [4]
Code über GitHub mitnehmbar [25]
Dateien liegen auf dem eigenen Rechner, jeder Hoster kann sie ausliefern
Inhalte exportierbar, Page-Builder-Layouts oft nicht
Laufende Kosten
Wix ab 16,66 € bei jährlicher Zahlung [6], IONOS 12 bis 33 € im Monat [7]
ab 25 $ im Monat, Änderungen verbrauchen Guthaben [5]
Claude-Abo zum festen Monatspreis [8], dazu Domain und Hosting
Hosting, Theme, Plugins, KI-Funktion oft extra
Eigenes Design
Vorlagen
frei gestaltbar, ohne eigene Vorgaben oft ähnlicher Look
so eigen wie die Vorgaben
Theme plus Page Builder
Selbst ändern
im Editor klicken
im Browser chatten, bei Lovable auch per Sprache in der Handy-App [17]
chatten, auch vom Handy über die Claude-App [22], bei mir per Sprachnachricht
im Backend klicken
Wartung
übernimmt der Anbieter
übernimmt größtenteils der Anbieter
kaum nötig, wenig bewegliche Teile
regelmäßige Updates für WordPress, Theme und Plugins
Für Google und KI lesbar
Grundfunktionen, Struktur gibt der Anbieter vor
bei neuen Projekten gut lesbar [9]
volle Kontrolle über Struktur und Ladezeit
gut möglich, viele Plugins verlangsamen die Seite
Preise Stand Oktober 2026, bei jährlicher Zahlung meist günstiger. Aktuelle Preise beim Anbieter prüfen.
Die spannendste Zeile ist die erste. Wechselfreiheit merkst du nämlich erst, wenn du sie brauchst.
Bei WordPress denken viele, sie seien frei, weil WordPress Open Source ist. Stimmt ja auch. Wer aber mit einem Page Builder wie Divi gebaut hat und ihn abschaltet, sieht statt Layout eine Wand aus eckigen Klammern. (Ich weiß, wovon ich rede. Ich hab jahrelang mit Divi gebaut.)
Die zweite Überraschung steckt in den laufenden Kosten. Der Entwurf ist oft kostenlos. Das Ändern ist es nicht.
Lovable, v0, Bolt oder Claude: Welches Werkzeug passt zu wem?
Lovable, v0 und Bolt sind App-Baukästen mit KI, die nach Verbrauch abrechnen, in Credits oder Tokens, also kleinen Recheneinheiten der KI. Claude ist ein KI-Assistent, der programmiert, Texte schreibt und prüft, zu einem festen Monatspreis. Alle vier bauen eine Website an einem Vormittag. Der Unterschied liegt darin, was danach passiert.
Bei den Baukästen beschreibst du, was du willst, und eine Viertelstunde später steht da eine Website. Das können sie inzwischen richtig gut, auch für Google. Lovable liefert neue Projekte seit Mai 2026 als fertige Seiten aus [9], und seit April 2026 kannst du dort vom Handy aus per Sprache weiterbauen [17].
Claude funktioniert anders. Gebaut wird in der Desktop-App: links der Chat, rechts deine Website in der Vorschau, und Claude klickt sich nach jeder Änderung selbst durch, bevor du überhaupt hinschaust [21]. Ein Terminal brauchst du dafür übrigens nicht. Die Einrichtung dauert dafür einmal länger.
Stand Oktober 2026. Preise und Funktionen ändern sich bei allen vier laufend. Die Zeilen „Gedacht für", „Kosten planbar", „Bindung an den Anbieter", „Markenwissen einbinden" und „Texte prüfen vor dem Livegang" sind eine Einordnung von Raphaela Ayriss, keine Angabe der Anbieter.
Lovable
v0 (Vercel)
Bolt.new
Claude
Was es ist
App-Baukasten mit KI, alles in einem
KI-Generator für Oberflächen und Apps
Entwicklungsumgebung mit KI im Browser
KI-Assistent, der Code und Texte schreibt und prüft
Gedacht für
Gründerinnen ohne Technikkenntnisse
Entwicklerinnen, Teams mit Vercel
Technikaffine, kleine Teams
alle, die ein System fürs ganze Business wollen
Bauoberfläche
Chat und Vorschau im Browser, Handy-App mit Sprache [17]
Chat und Vorschau im Browser
Chat, Code und Vorschau im Browser
Desktop-App mit Chat und Live-Vorschau, ohne Terminal [21], Ändern auch vom Handy [22]
Einrichtung
keine
kaum
kaum
einmalig: App, Projektordner, GitHub, Hosting
Einstieg bezahlt
Pro ab 25 $ im Monat, Credits pro Änderung [5]
Premium mit 20 $ Guthaben im Monat, Abrechnung nach Tokens [19]
Pro 25 $ im Monat, Abrechnung nach Tokens [20]
fester Monatspreis, Nutzungslimit je Tarif [8]
Kosten planbar
mittel, jede Änderung kostet Credits
schwer, Verbrauch nach Tokens
schwer, Verbrauch wächst mit dem Projekt
gut, keine Kosten pro Änderung, solange du im Limit bleibst
Wenn das Kontingent leer ist
Credits nachkaufen [3]
Guthaben nachkaufen
Tokens nachkaufen
warten, bis das Limit zurückgesetzt ist, oder Nutzungsguthaben zu API-Preisen dazubuchen [23]
Code gehört dir
ja, über GitHub [25]
ja, über GitHub
ja, über GitHub
ja, von Anfang an im eigenen Projekt
Bindung an den Anbieter
mittel, Plattform und Datenbank hängen zusammen
mittel bis hoch, auf Vercel und Next.js ausgerichtet [18]
gering bis mittel
gering, Code und Hosting austauschbar
Markenwissen einbinden
über Verbindungen zu anderen Diensten [24]
eingeschränkt
eingeschränkt
als feste Unterlagen im Projekt
Texte prüfen vor dem Livegang
kein eigener Prüfschritt
nein
nein
eigene Prüfschritte möglich, etwa für Floskeln, Fakten und Werberecht
Auch für Posts, Newsletter, Angebote
nein
nein
nein
ja, dieselbe KI mit demselben Markenwissen
Welches Werkzeug du nimmst, ist ehrlich gesagt gar nicht die große Frage. Die Website an einem Vormittag schaffen alle vier.
Am Nachmittag fängt die eigentliche Arbeit an: Steht auf der Seite, was nur du sagen kannst? Ist ein neuer Text geprüft, bevor er live geht? Dafür braucht die KI eben eine Marke, die sie kennt.
In einem Baukasten hängst du die irgendwo dran. Bei Claude liegt sie im Projekt, und dieselbe KI schreibt dann auch deinen nächsten LinkedIn-Post.
(Ich baue selbst so, deshalb bin ich da zugegeben nicht ganz neutral.)
Kann ChatGPT eine Website erstellen? Und Claude?
ChatGPT und Claude können im Chat Texte, eine Seitenstruktur und den kompletten Code für eine einfache Website erstellen. Online ist die Website damit aber noch nicht: Domain, Hosting, ein funktionierendes Kontaktformular und ein Impressum fehlen.
Und jemand, der die Seite in drei Monaten wiederfindet und noch weiß, was ihr damals besprochen habt.
Website mit ChatGPT erstellen
Eine Website mit ChatGPT zu erstellen heißt: ChatGPT schreibt Code und Texte, du kopierst sie in Dateien und brauchst danach noch Hosting und Domain.
Du so: „Schreib mir eine Website für mein Coaching." ChatGPT so: „Gern! Hier ist eine moderne, professionelle Website mit klaren Handlungsaufforderungen."
Und das stimmt sogar. Genau wie bei allen anderen, die denselben Satz eingetippt haben. Für Texte, Ideen und zum Gegenlesen ist ChatGPT eine gute Hilfe. Für die ganze Website brauchst du noch einen Ort, an dem sie gebaut und gespeichert wird.
Website mit Claude erstellen
Eine Website mit Claude zu erstellen geht auf zwei Arten: im Chat wie bei ChatGPT oder mit Claude Code, das direkt in deine Dateien schreibt, die Seiten baut und sie danach selbst prüft. Claude Code ist in allen bezahlten Claude-Abos enthalten [8].
So arbeite ich selbst. Meine Website ist im Herbst 2026 von WordPress umgezogen und mit Claude Code neu gebaut. Davor hatte ich fünf Wochen Kleingruppen-Coaching zu Claude Code bei einem Entwickler. (Erwähne ich, weil „einfach mal machen" auch bei mir nicht ganz gereicht hat.)
Woran erkennst du, ob deine KI-Website taugt?
Ob eine KI-Website taugt, erkennst du an sechs Punkten: Verständlichkeit, eigenes Design, eigene Sprache, ein klarer nächster Schritt, ein sichtbarer Einstieg und Bedienbarkeit auf dem Handy. Keiner davon hat mit Technik zu tun.
In meinen Umfragen unter Selbermacherinnen kam ein Satz immer wieder [10]. Einmal stand er wörtlich so da:
„Ich glaube die Website ist jetzt ganz okay. Ich kann es aber nicht bewerten, da ich keine Profi darin bin."
Teilnehmerin, Umfrage 2023
Das ist das eigentliche Problem, wenn du deine Website oder Homepage selbst erstellst. Die KI baut schneller als jede Agentur. Ob es taugt, sagt sie dir dummerweise nicht.
Die Prüfliste:
Verständlich: Eine fremde Person versteht in fünf Sekunden, was angeboten wird und für wen. Test: die Startseite fünf Sekunden auf dem Handy zeigen, dann nachfragen.
Eigenes Design: eigene Farben, eigene Schriften, eigene Fotos. Test: das Logo gegen das einer Kollegin tauschen. Fällt es niemandem auf, ist das Design eine Vorlage.
Eigene Sprache: Der erste Absatz klingt so, wie du mit einer Kundin sprichst. Test: laut vorlesen.
Ein nächster Schritt: Es gibt genau eine Handlung, zu der die Seite einlädt.
Sichtbarer Einstieg: Preis, Erstgespräch oder Ablauf stehen auf der Seite.
Mobil bedienbar: Menü, Telefonnummer und Kontaktformular funktionieren auf dem Handy. Test: das Formular wirklich abschicken.
Punkt 2 fehlt übrigens in fast jeder Builder-Checkliste. Dabei ist er der Grund, warum so viele KI-Websites austauschbar wirken.
Warum sehen KI-Websites alle gleich aus?
KI-Websites sehen ähnlich aus und klingen ähnlich, weil die KI ohne Vorgaben den Durchschnitt aller Websites liefert, die sie kennt. Ein eigenständiges Branddesign und eine eigene Sprache kann sie umsetzen, aber nicht erfinden.
Das Aussehen
Daher die lila Farbverläufe, die runden Kacheln mit Schatten und das Stockfoto von einer Frau, die lächelnd auf ihren Laptop schaut. (Was steht da eigentlich drauf, dass sie so lächelt?)
Damit die KI ein eigenes Design umsetzt, muss sie wissen, welche Farben, welche Schriften, welcher Bildstil und welche Stimmung zu dir gehören. Weiß sie das nicht, rät sie. Und das ziemlich höflich.
Der Klang
Perplexity liefert Selbermacherinnen gleich einen „guten Start-Prompt" mit [1]. Darin steht die Zeile:
„Stil: professionell, freundlich und klar."
Das ist ungefähr so hilfreich wie „Koch mir was Leckeres". Es kommt etwas Essbares raus. Nur halt nichts, wofür jemand quer durch die Stadt fährt.
ChatGPT schreibt dir in zehn Sekunden einen Text. Dummerweise klingt der dann auch genau so: nach ChatGPT. Die KI weiß ja nichts über dich. Was du anbietest, für wen, wie deine Kundinnen reden, welche Wörter du nie in den Mund nehmen würdest.
Was hilft, ist Stoff. Deine Angebote, Sätze deiner Kundinnen, Sätze, die du wirklich sagst, und eine Liste mit Wörtern, die nie auf deiner Seite stehen sollen. Je mehr die KI davon kennt, desto weniger muss sie raten. Das gilt fürs Design genauso wie für den Text.
Was fehlt nach dem ersten KI-Entwurf?
Nach dem ersten KI-Entwurf fehlen in der Regel die rechtlichen Pflichtangaben, ein geprüftes Kontaktformular und eine eigene Domain. Bei Perplexity steht das alles in einem einzigen Spiegelstrich: „Rechtliches ergänzen" [1]. In echt bleiben viele selbst gebaute Seiten genau hier wochenlang hängen.
Die Liste:
Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, das 2024 das Telemediengesetz abgelöst hat [11].
Datenschutzerklärung, passend zu dem, was die Seite tut: Kontaktformular, Statistik, eingebettete Videos, Newsletter.
Cookie-Hinweis, wenn Cookies oder Zugriffe auf das Gerät der Besucherin laufen, die für die Seite nicht unbedingt nötig sind, etwa für Tracking [12]. Ohne solche Dienste geht es oft ohne Banner.
Schriften lokal laden. Werden Google Fonts von Google-Servern geladen, geht die IP-Adresse der Besucherin an Google. Das Landgericht München hat das 2022 ohne Einwilligung für unzulässig erklärt [13].
Kontaktformular mit Hinweis auf den Datenschutz, einmal selbst abgeschickt und angekommen.
Domain und E-Mail-Adresse auf den eigenen Namen.
Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Hoster, weil er Daten deiner Besucherinnen verarbeitet [14].
Barrierefreiheit: Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen [15]. Lesbar und bedienbar sollte die Seite trotzdem sein.
Diese Liste ist keine Rechtsberatung. Für die Rechtstexte einen seriösen Generator nutzen oder eine Anwältin fragen.
Und das Kontaktformular? Sieht im Builder toll aus. Ob es Mails verschickt, weißt du erst, wenn du es ausprobierst. Mach das ruhig heute noch.
Gehört dir die Website danach?
Ob dir deine Website gehört, hängt vom Weg ab. Bei einem KI-Baukasten bleibt sie im Kern beim Anbieter, bei Lovable gehört dir der Code [25], und bei Claude Code liegt die ganze Seite als Ordner auf deinem Rechner.
Eine Website im Baukasten ist wie eine möblierte Wohnung. Schön eingerichtet, sofort bewohnbar. Nur die Möbel nimmst du beim Auszug halt nicht mit. Bei Wix geht der Umzug gar nicht [2], bei Squarespace lassen sich Seiten und Blogartikel exportieren, Bilder, Videos und eigenes Design aber nicht [4].
Bei Lovable und Co. gehört dir der Code. Code besitzen heißt aber noch nicht, ihn zu verstehen. Wenn die KI eine Seite gebaut hat, die du nicht lesen kannst, hängst du am Ende an der KI statt am Anbieter. Auch eine Form von Miete.
Bei Claude Code liegt die Seite als Ordner auf deinem Rechner. Ganz normales HTML, das jeder Hoster ausliefern kann. Für mich ist genau das der größte Unterschied zwischen den Wegen.
Drei Fragen vor der Entscheidung:
Kann ich meine Website exportieren, und was genau kommt dabei raus?
Was passiert mit meiner Seite, wenn ich kündige?
Läuft meine Domain auf meinen Namen?
Website mit KI oder WordPress?
Für Selbstständige, die ihre Website allein pflegen wollen, ist eine KI-Website ohne WordPress oft die eigenständigere Lösung. WordPress, Themes und Plugins verlangen laufende Updates. Im Jahr 2025 wurden im WordPress-Umfeld 11.334 neue Sicherheitslücken gemeldet, 91 Prozent davon in Plugins [16].
WordPress ist nicht schlecht. Ich habe jahrelang damit gearbeitet und baue für Kundinnen immer noch damit, wenn sie oder ihr Team die Inhalte selbst einpflegen.
Nur bleibt dort leider nichts, wie es ist. Divi 5 zum Beispiel ändert sich gerade laufend. Wer da mitkommen will, muss sich dauernd auf dem Laufenden halten oder braucht jemanden, der das tut. In meiner Umfrage klang das so [10]:
„Layout/Formatierungen und das es immer gefühlt 8 Stellen gibt, an denen ich etwas suchen muss."
Teilnehmerin, Umfrage 2024
Bestehende Website mit KI verbessern
Eine bestehende Website mit KI zu verbessern geht ohne Neubau: Startseiten-Text in ChatGPT oder Claude geben, fragen, was eine fremde Person daraus versteht, und die Seite gegen die sechs Punkte der Prüfliste laufen lassen.
Das kostet einen Abend und eine Kanne Tee. Wer lieber jemanden draufschauen lassen will: Im Website-Check bekommst du ein Video zu deiner Seite, 10 bis 15 Minuten, mit dem, was ich als Erstes ändern würde.
Wann sich der Wechsel weg von WordPress lohnt
Jede kleine Änderung kostet einen Abend.
Vor Updates entsteht ein mulmiges Gefühl.
Es laufen Plugins, deren Zweck niemand mehr kennt.
Die Umstellung auf Divi 5 steht an und wird seit Monaten verschoben.
Wenn zwei davon passen, lohnt sich der Blick auf eine WordPress-Alternative. Dazu kommt hier demnächst ein eigener Artikel.
Was kostet eine Website mit KI?
Wer eine Website mit KI erstellen will, zahlt zwischen null Euro und einem Monatsabo im zweistelligen Bereich, dazu Domain und je nach Weg Hosting. Kostenlose Tarife zeigen Werbung, laufen unter fremder Domain oder haben sehr wenig Guthaben.
Weg
Kosten (Stand Oktober 2026)
Kostenlos
Wix, IONOS (Testphase) und Lovable haben kostenlose Einstiege, mit Werbung, ohne eigene Domain oder mit wenig Guthaben [3][6][7]
KI-Baukasten
Wix Light 16,66 € im Monat bei jährlicher Zahlung, 22,61 € bei monatlicher [6], IONOS MyWebsite 12 bis 33 € im Monat [7]
Lovable
ab 25 $ im Monat, eigene Domain ab diesem Tarif, zusätzliches Guthaben 15 $ pro 50 Credits [3][5]
Claude Code
Claude-Abo zum festen Monatspreis, Nutzungslimit je Tarif [8], dazu Domain und Hosting
WordPress
Hosting, Theme und Plugins, oft mit Jahreslizenz, KI-Funktionen häufig als Zusatz
Eine Website mit KI kostenlos und ohne Anmeldung zu erstellen geht kaum irgendwo. Zum Ausprobieren reichen die kostenlosen Tarife. Für deine Kundinnen eher nicht.
Die teuerste Zeile steht auf keiner Preisliste: deine Abende. Drei Sommerabende für die erste Version sind realistisch. Die Frage ist, wie viele danach noch dazukommen.
Wie änderst du deine Website danach selbst?
Wie leicht du deine Website selbst änderst, hängt vom Weg ab: im Baukasten per Klick im Editor, bei Lovable per Chat oder per Sprache in der Handy-App, bei Claude per Chat oder Sprachnachricht. Am Ende hängt es aber weniger am Werkzeug als daran, ob du dich traust.
Sonntagabend, 21:40. Du wolltest nur kurz das Foto auf der Startseite tauschen. Jetzt ist das Menü weg.
Genau an diesem Punkt frieren viele selbst gebaute Websites ein [10]:
„Habe noch nichts verändert aus Angst, was falsch zu machen und alles zu zerschiessen."
Teilnehmerin, Umfrage 2023
Die Seite bleibt dann, wie sie ist. Mit dem Angebot von vor zwei Jahren und dem Foto vom letzten Shooting, bei dem die Haare noch anders waren.
Bei mir sieht das heute so aus: Ich spreche eine Sprachnachricht ins Handy, die KI macht daraus einen Absatz in meiner Stimme, ich lese drüber und gebe frei. So habe ich im Oktober den Text meiner Startseite geändert, vom Handy aus.
Geändert wird die Website danach per Sprachnachricht. Vom Sofa aus.
Die Sprachnachricht allein kann inzwischen auch Lovable. Der Unterschied liegt dazwischen: Bei mir läuft jeder neue Absatz durch die Lektorinnen für Floskeln und Fakten, bevor er live geht.
Und die KI-Suchsysteme? Bei meiner eigenen Seite greifen sie Änderungen manchmal schon am nächsten Tag auf, manchmal erst nach ein paar Wochen. Versprechen kann das niemand. Aber eine Seite, die du ohne Angst ändern kannst, bleibt eben auch aktuell.
Website selbst bauen, begleitet oder erstellen lassen?
Es gibt drei Arten, eine Website mit KI zu bauen: allein, begleitet in einem Programm oder von einer Webdesignerin gebaut. Welche passt, hängt weniger vom Können ab als von Zeit und davon, wie gern du allein umsetzt.
Allein
Baukasten oder Claude Code, Tutorials, viel Ausprobieren. Passt, wenn du deine eigene Website erstellen willst, gern tüftelst und Abende übrig hast.
Begleitet
Du willst deine Website selber bauen, aber nicht im luftleeren Raum. Ich habe 2020 einen kostenlosen Online-Kurs gegeben, vier Module in vier Wochen. 21 von 25 fanden ihn besser als erwartet. Bis zum Ende gekommen sind trotzdem nur 15.
Gehakt hat es dabei nie am Stoff, sondern an Zeit, am Tempo und daran, mit dem Umsetzen allein zu sein.
Genau deswegen ist Website Unplugged ein Live-Programm und eben kein weiterer Kurs: für Coaches, Therapeutinnen und Personenmarken, die ihre Website selbst bauen wollen, mit KI statt WordPress.
Feste Termine, eine kleine Gruppe, Feedback auf deine Texte. In der zweiten Woche geht eine erste Seite online, danach wird sie jede Woche besser. Gebaut wird mit Claude.
Falls du gerade denkst: „Mach es nicht für mich. Aber lass mich auch nicht allein." Dann ist das dein Weg.
Wix, IONOS und Lovable bieten kostenlose Einstiege, mit denen sich per KI eine Website erstellen lässt. Kostenlose Tarife zeigen Werbung, laufen unter einer Adresse des Anbieters oder enthalten nur wenig Guthaben für Änderungen [3][6][7]. Bei Lovable sind das fünf Credits pro Tag, höchstens 30 im Monat. Zum Ausprobieren reicht das. Für eine Website, über die Kundinnen anfragen sollen, braucht es eine eigene Domain und damit einen bezahlten Tarif.
Kann man eine Website mit KI kostenlos und ohne Anmeldung erstellen?
Kaum. Die meisten Anbieter verlangen mindestens eine E-Mail-Adresse, bevor die KI einen Entwurf erstellt. ChatGPT und Claude erzeugen im Chat zwar Code für eine Website, für die Veröffentlichung sind aber Hosting und Domain nötig, und dafür braucht es ein Konto beim Hoster. Ohne Anmeldung lässt sich also höchstens ausprobieren, wie ein Entwurf aussehen könnte. Eine Website, die online steht und unter eigenem Namen läuft, braucht immer ein Konto.
Welche kostenlose Homepage ist die beste?
Wer eine Homepage mit KI erstellen will, findet bei Wix, IONOS und Lovable kostenlose Einstiege. Für eine geschäftliche Website eignet sich aber keine kostenlose Homepage, weil kostenlose Tarife Werbung zeigen und unter fremder Domain laufen. Für eine Website, über die Anfragen kommen sollen, sind eine eigene Domain und ein bezahlter Tarif oder eigenes Hosting nötig. Kostenlose Tarife eignen sich, um Werkzeuge zu vergleichen, bevor die Entscheidung fällt.
Wie viel kostet es, eine Website selbst zu erstellen?
Eine Website mit KI selbst zu erstellen kostet zwischen null Euro und einem Monatsabo im zweistelligen Bereich. Dazu kommen die eigene Domain und je nach Weg Hosting. Kostenlose Tarife zeigen Werbung, laufen unter einer Adresse des Anbieters oder haben wenig Guthaben. KI-Baukästen kosten im Monat etwa 12 bis 33 Euro, Lovable ab 25 Dollar, Claude ein festes Monatsabo mit Nutzungslimit [5][6][7][8]. Der größte Posten steht auf keiner Preisliste: die eigene Zeit.
Wie lange dauert es, eine Website mit KI zu erstellen?
Ein erster Entwurf entsteht mit einem KI-Baukasten in wenigen Minuten. Eine Website mit eigenem Design, eigener Sprache und vollständigen Rechtstexten braucht eher mehrere Wochen. Der größte Teil davon ist inhaltliche Arbeit: Angebot, Zielgruppe und Texte. Für die erste Version sind drei Abende realistisch, danach wird die Seite Schritt für Schritt besser.
Brauche ich Programmierkenntnisse, um eine KI-Website zu erstellen?
Nein. Bei KI-Baukästen wird im Editor geklickt, bei Lovable und Claude Code in normaler Sprache beschrieben, was entstehen soll. Hilfreich ist ein Grundverständnis davon, was auf der Website passiert, um die Arbeit der KI beurteilen zu können. Dazu gehört, was eine Domain ist, was Hosting bedeutet und wie ein Kontaktformular Mails verschickt. Wer das grob versteht, merkt schneller, wenn die KI etwas falsch gebaut hat.
Welche Erfahrungen gibt es mit einer Website mit KI?
Raphaela Ayriss hat von 2018 bis 2025 fast ausschließlich mit WordPress und Divi gebaut und ihre eigene Website im Herbst 2026 von WordPress auf eine mit Claude Code gebaute Website umgestellt. Änderungen nimmt sie seitdem per Sprachnachricht vom Handy vor. Ihre Erfahrung: Die KI baut schnell, aber nur so passend, wie sie die Person und das Angebot kennt.
Kann ich eine Website mit Canva erstellen?
Ja. Canva eignet sich für einfache Websites mit einer oder wenigen Seiten, etwa als Visitenkarte im Netz. Für einen Blog, mehrere Unterseiten und ein Kontaktformular stößt Canva schnell an Grenzen. Wer die Website später ausbauen will, fängt besser mit einem KI-Baukasten, Lovable oder Claude Code an, weil ein späterer Umzug meist einen Neubau bedeutet.
Und der Sonnenuntergang überm Meer vom Dienstagabend? Den darfst du gern behalten. Wenn du am Meer coachst.
Quellen
Eigene Auswertung der Google-Suche (KI-Übersicht, Ergebnisse, „Weitere Fragen") und einer Perplexity-Antwort zu „Website mit KI erstellen", 12.10.2026.
Wix: Premium-Tarife, abgerufen 12.10.2026 (Tarif Light inkl. MwSt.: 14,87 € im Monat bei zwei Jahren, 16,66 € bei jährlicher, 22,61 € bei monatlicher Zahlung)
Warteliste · Website Unplugged · Start 11. Januar 2027
Deine Website. Selbst gebaut. Mit KI statt WordPress.
Du pflegst deine Website seit Jahren selbst, suchst für jede Änderung an gefühlt acht Stellen, und Anfragen kommen trotzdem keine. In Website Unplugged baust du dir eine neue, die dir gehört: mit KI statt WordPress, während ich daneben sitze und draufschaue. In Woche zwei bist du live. Von da an wird die Seite jede Woche besser: erst die Marke, dann die Texte, dann der Rest.
Gebucht wird noch dieses Jahr, los geht es am 11. Januar 2027. Pro Gruppe gibt es höchstens 15 Plätze, und die Warteliste bekommt den Buchungslink 48 Stunden vor allen anderen. Was bis dahin passiert, erfährst du als Erste.